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Wellness & Fitness K-P

Wellness & Fitness K-P

 

Koordinationsstörungen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Unter dem Begriff Koordinationsstörungen fasst man alle möglichen körperlichen Störungen zusammen, die sich auf das richtige Koordinieren von Bewegungsabläufen beziehen.

Ursachen

“Fälschliches Lernen”

Die essenziellen Koordinationsvorgänge werden in der Kindheit erlernt, z.B. wenn der Mensch gehen lernt oder lernt, wie er seine Hände einsetzen kann. Dagegen werden nichtessenzielle Koordinationsvorgänge oft durch Gewohnheit oder Training erlernt. Wenn in der Kindheit die nichtessenziellen vermehrt trainiert werden, beispielsweise durch ausgiebiges Computerspielen, und die essenziellen Bewegungsabläufe nur unzureichend oder gar nicht ausgeführt werden, kann natürlich im späteren Leben nicht auf die nun unbekannten wichtigen Bewegungen zurückgegriffen werden. Dies bedeutet, dass der Betroffene diese Bewegungsabläufe nicht ausführen kann.

Schädigungen des Nervensystems

Eine weitere mögliche Ursache stellen neurologische Schäden dar. Diese betreffen das Gehirn und das Nervensystem:

  • Das Großhirn besteht aus einer linken und einer rechten Hälfte, wobei zu beachten ist, dass die linke Hirnhälfte die rechte Körperhälfte steuert und umgekehrt. Die beiden Hirnhälften kommunizieren über Querverbindungen miteinander. Schon für die einfachsten Tätigkeiten werden beide Körperhälften einzeln wie auch gleichzeitig benutzt. Bei einseitiger Bewegung hemmt nun die zuständige Hirnhälfte die andere, um Mitbewegungen zu vermeiden. Im Kindesalter bestehen aber die besagten Verknüpfungen noch nicht ausreichend und müssen noch gebildet und gefestigt werden. Geschieht dies nicht, beispielsweise durch Unterernährung, kann das Gehirn die Körperhälften nicht zuordnen.
  • Eine Schädigung des Kleinhirns, in dem alle automatisierten Bewegungen (für die kein Nachdenken mehr nötig ist) gespeichert werden, bewirkt, dass einfache Tätigkeiten wie z.B. Essen oder sogar die aufrechte Haltung nicht mehr ausführbar sind.
  • Weitere Schäden können auch im restlichen Nervensystem vorhanden sein, etwa durch einen Unfall, die dazu führen, dass bestimmte Bewegungsbefehle gewissermaßen “verloren gehen” und nicht beim ausführendem Muskel ankommen.

Toxikologische Ursachen

Eine Unterbrechung der Nervenbahnen kann auch durch bestimmte Medikamente und Drogen bewirkt werden. Die Inhaltsstoffe blockieren hierbei insbesondere die Schaltstellen zwischen den Nerven, die sogenannten Neurotransmitter, sodass das Signal nicht bzw. nur teilweise weitergeleitet wird. Ein Beispiel ist der “Tatterich” bei Kaffeetrinkern oder Rauchern.

Vererbung

Manche Koordinationsstörungen können auch vererbt werden.

Symptome

Bei den “angelernten” Koordinationsstörungen können durch die fehlende Übung ruckartige Bewegungen auftreten, auch Krämpfe und Verspannungen sind möglich.

Tremor

Tremor ist eine häufige Bewegungsstörung, die sich in unwillkürlichem rhythmischen Zittern äußert. Es gibt verschiedene Formen von Tremor, die unter Zuhilfenahme folgender Kriterien klassifiziert werden:

  • Aktivierungsbedingungen (Ruhe, Aktion, Halten, Zielbewegung, ungerichtete Bewegung)
  • Frequenz (niederfrequent: 2-6 Hz; hochfrequent: > 6 Hz)
  • Dauer der Erkrankung
  • Erblichkeit

Heilung

Die “erlernten” Koordinationsstörungen können meist schon durch Krankengymnastik geheilt werden. Eine ausgewogene, gesunde Ernährung kann sich allgemein förderlich für den Heilungsprozess auswirken. Bei Suchtmittelabhängigen sollte Enthaltsamkeit bzw. Abstinenz erfolgen, wenn ein Erfolg bei der Heilung erzielt werden will. Betroffene Menschen sollten psychisch nicht zu sehr belastet werden (insbesondere Mobbing und Ausgrenzung sollten strikt vermieden werden), da dadurch die Krankheit gefördert wird.

 

 Körperhaltung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Körperhaltung ist die durch das Zusammenwirken von Muskeln, Bändern und Knochen bedingte Stellung des menschlichen Körpers.

Medizin

In der Medizin werden zunehmend Zusammenhänge zwischen Körperhaltung (Fehlhaltung) und Störungen am Bewegungsapparat erkannt (Beckenschiefstand, Rückenschmerzen, Knirschen der Zähne, Kopfschmerzen). Die Körperhaltung wird negativ beeinflusst durch Stress und daraus folgenden Muskelverspannungen. [1] Messmethoden zur Feststellung von Haltungsschäden werden als Posturographie bezeichnet.

Kosmetik

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Der Ausdruck Kosmetik (vom altgriechischen Adjektiv κοσμετικός kosmetikós, aus dem Verb κοσμέω kosméo „ordnen“, „schmücken“) bezeichnet die Körper- und Schönheitspflege, bzw. die Erhaltung, Wiederherstellung oder Verbesserung der Schönheit des menschlichen Körpers.

Im Laufe des 18. Jahrhunderts verbreitete sich in Frankreich die Bezeichnung „cosmétique“, und erst um 1850 gelangte der Begriff Kosmetik von Frankreich aus in den deutschen Sprachraum, wo allgemein auch weiterhin von Schönheitsmitteln die Rede war, während im wissenschaftlichen Sprachgebrauch noch bis ins 18. Jahrhundert zwischen cosmetica medicamenta (Schminck-Arzteneyen) und ars cosmetica (Modearzneyen) unterschieden wurde.

Unterteilung

Bestimmte Substanzen, die Kosmetika, reinigen, stabilisieren, vitalisieren, deodorieren oder parfümieren die Haut, Nägel und Haare. Auch natürliche Methoden und Übungen wirken kosmetisch; zu den bekanntesten dürften Kneippgüsse und Saunieren gehören. Die Grenzen zur Hygiene oder WellnessKuren sind fließend.

Kosmetik will das Körperäußere verschönern und pflegen und ist abhängig vom jeweiligen Kulturverständnis eines Volkes. Viele kosmetische Produkte zielen und zielten darauf ab, die Alterung und die Begrenztheit des Körpers weniger sichtbar zu machen. Im alten Ägypten der Pharaonenzeit wurde die Nekrokosmetik mit Balsamierungsverfahren entwickelt, um einen Leichnam noch lange vor dem Verfall zu bewahren.

Düfte und Geruchsstoffe hatten in der Frühzeit der Menschheitsentwicklung religiöse und medizinische Wurzeln. Der für den Menschen unsichtbare Duft von Pflanzen und Blumen, der die unsichtbare Seele der Blüte, der Pflanze war, brachte die Gefühle für die Schönheit der Natur und die Sinnesempfindungen in einen harmonischen Gleichklang.

Generell soll Kosmetik nicht nur verschönernd wirken, sondern mindestens ebenso das Lebensgefühl steigern; eventuell auch soziales Prestige ausdrücken. Das Zieren und Pflegen des Körpers ist so alt wie die Menschheit selbst.

Der heutige Markt für Kosmetik (Körperpflegemittel) lässt sich in 5 Segmenten nach Verwendungsgebiet beschreiben:

Geschichtliches

Prähistorische Zeit

Funde in Alicante und Lascaux weisen drauf hin, dass sich in prähistorischer Zeit Frauen ihre Gesichter mit roter Farbe bemalten. Bei den Indianern und in vielen afrikanischen Völkern sind ebenfalls Bemalungen von Gesichtern bis in die jüngste Neuzeit üblich gewesen.[3]

Frühe Hochkulturen

Von den Assyrern und Babyloniern wurden aromatische Duftsubstanzen aus Hölzern, Pflanzenblüten und Harzen in Tempeln genutzt. Im alten Ägypten schminkten sich Männer und Frauen Lippen und Wangen mit roten Farbstoffen. Auch die Färbung von Augenbrauen, Augenlidern und Haaren (mit Henna, Kajal oder Indigo) war in Ägypten verbreitet.[3]

Ägypten

Berühmt ist der hoch entwickelte Schönheitskult im Alten Ägypten, wo Schminke bereits 2000 Jahre vor den Pyramiden von Bedeutung war. Anders als in manchen späteren europäischen Epochen war bei den Ägyptern der Gedanke an körperlicher Reinheit und Hygiene sehr wichtig, sie kannten Reinheitsvorschriften, Dampfreinigungen und rituelles Kauen von Kräutern zur Mundreinigung. Seife als tägliches Mittel der Körperpflege kannten sie nicht, sie wuschen sich mit sodahaltigem Wasser, dafür hatten sie ein üppiges Arsenal an Geräten, Ölen, Fette, Salben, Duftstoffen, Essenzen und Schminke: Spiegel, Schminkbehälter, Kämme, Waschgeschirre, Pinzetten und Klingen zum Entfernen störender Haare, Perücken, Zinnober und roter Ocker für Lippen und Wangen, Henna für Haut, Haare, Fuß- und Fingernägel, für die Augen grüner Malachit oder grauer Bleiglanz und Kajal. In den medizinischen Papyri sind zahlreiche Rezepte, die nicht nur dem Vorbeugen oder Behandeln von Hautkrankheiten, sondern auch der Faltenreduzierung dienten. Auf das Schminken der Augen legten die Ägypter besonderen Wert, da dies auch eine medizinische Wirkung hatte: die mit Zusatzstoffen versehene schwarze Schminke beugte Augenkrankheiten vor. Aus diesem Grund waren auch Männer geschminkt. Das typisch ägyptisch wirkende Auge determinierte das Wort für „Schönheit“.

Griechen / Römer

In Athen wurden Schminke, Hautsalben und parfümierte Salben genutzt. Augenbrauen und Lippen schminkte die vornehme Griechin. Gesicht und Haut wurden mitunter mit weißer Schminke (Bleiweiß) bemalt. Der griechische Autor Theophrast nennt Zutaten und zahlreiche Rezepte für Salböle.

Bei den Römern veränderte sich mit zunehmenden Reichtum die Lebensweise von einfach hin zu einem luxuriösen Lebensstil. In Rom gab es importierte Duftstoffe aus Vorderasien, Haarperücken von germanischen Sklavinnen, Lippenstifte und andere Schminken. Die Seife wurde zunächst aus Gallien eingeführt. Die übermäßige Nutzung von Kosmetik wurde von einigen Römern durchaus skeptisch gesehen. Plautus betont in seiner “Gespensterkomödie” Mostellaria, dass am besten riecht, wer gar nicht riecht. Die Kosmetik war in der Antike ein Bestandteil der Medizin. Der römische Arzt Galenus von Pergamon begründete den wissenschaftlichen Zweig der Zubereitung von Pharmapräparaten und Kosmetika. Nach seinem Namen nennt man diesen wissenschaftlichen Zweig Galenik. Berühmt wurde auch die Kaltcreme von Galenus, deren Bestandteile Rosenwasser, Olivenöl und Bienenwachs waren. Diese Kaltcreme wurde bei trockener und bei faltiger Haut eingesetzt.

Frühes Christentum

Im Neuen Testament (Mk. 14,3) wird Jesus in Betanien von einer Frau mit kostbarem Nardenöl aus einem Alabastergefäß gesalbt. Zu Sakramenten wie Taufe, Firmung und Krankensalbung sind Salböle erforderlich. Für hygienische und medizinische Zwecke ist die Verwendung von Ölen oder Salben bei frühen Kirchenschriftstellern akzeptiert. Öle werden über Reliquien geschüttet und sollen über den Kontakt mit dem Heiligen ein wundertätiges Potenzial erhalten.

Frühe christliche Autoren hatten in der Regel Vorbehalte gegen Kosmetik. Die Frau sollte innere Werte höher schätzen als äußere Schönheit. Überdies betonen etwa Tertullian und Cyprian, dass Kosmetik den göttlichen Schöpfungsakt nicht respektiere. In gewisser Weise wurde die kosmetische Beeinflussung des Äußeren als persönliche Herausstellung gegenüber anderen Menschen und als narzisstische Haltung kritisiert.

Früh- und Hochmittelalter

Im Frühmittelalter mag die Haltung der Kirchenschriftsteller mit zu einer abnehmenden Nutzung von schönheitsfördernden Kosmetika beigetragen haben. Kostspielige kosmetische Mittel wurden als heidnisch verdammt. Eine Frau, die ihr Gesicht und ihre Lippen bemalte, konnte in den Verdacht geraten, eine Hure zu sein. Im Osten des römischen Reiches ist die Tradition der Kosmetiknutzung mit der islamischen Eroberung nicht abgerissen. Im Islam wurde insbesondere auch die Duft- und Parfümkosmetik ausgebaut. Das größte Rosenanbaugebiet Europas in Bulgarien zur Herstellung von Rosenöl verdankt sein Entstehen der islamischen Liebe zu schönen Düften. Im Westen mag auch die Tatsache, dass traditionelle Rohstoffe (exotische Duftstoffe) nicht mehr oder nur noch schwer zu bekommen waren, zu einem Niedergang der Kosmetikkultur beigetragen haben.

Renaissance

Erst in der Renaissance gewinnt die Kosmetik wieder an Bedeutung. Es werden Perücken getragen, Puder wird angewendet, Parfüms zur Überdeckung des Körpergeruchs kommen in Mode.

Gesetzgebung

Im Gesetz sind Kosmetische Mittel über ihre Zweckbestimmung definiert. Sie sind demnach – Produkte, die ausschließlich oder überwiegend dazu bestimmt sind, äußerlich am Körper des Menschen oder in seiner Mundhöhle zur Reinigung, zum Schutz, zur Erhaltung eines guten Zustandes, zur Parfümierung, zur Veränderung des Aussehens oder dazu angewendet zu werden, den Körpergeruch zu beeinflussen.

Seit 1976 unterliegen Kosmetika einer einheitlichen europäischen Gesetzgebung, der Kosmetik-Richtlinie. In dieser, inzwischen vielfach aktualisierten Richtlinie, werden neben der Definition noch die Sicherheitsanforderungen an die Produkte und die Anforderungen an die Kennzeichnung geregelt. In weiteren Anhängen finden sich Stofflisten mit verbotenen oder eingeschränkt zugelassenen Stoffen sowie Listen mit explizit zugelassenen Konservierungsstoffen, UV-Filtern und Farbstoffen (Positivlisten). In Deutschland unterliegen kosmetische Mittel der Kosmetik-Verordnung und dem übergeordneten Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB). Dort finden sich ergänzende Vorschriften zum Schutze des Verbrauchers vor Täuschung.

Das Kosmetikrecht sieht vor, dass der verantwortliche Hersteller bzw. Importeur die gesundheitliche Unbedenklichkeit seiner Produkte vor der Vermarktung feststellt. Hierzu benötigt er einen Sicherheitsbewerter, der persönlich dafür verantwortlich zeichnet, dass das kosmetische Mittel bei bestimmungsgemäßer und vernünftigerweise vorhersehbarer Verwendung sicher ist. Diese Regelung stellt ein wichtiges Instrument des vorbeugenden gesundheitlichen Verbraucherschutzes dar.

Am 22. Dezember 2009 wurde die EU Kosmetikverordnung 1223/2009 im Amtsblatt der Europäischen Kommission veröffentlicht. Diese ab dem 11. Juli 2013 gültige Verordnung wird die EG-Kosmetik-Richtlinie und die meisten nationalen Regelungen ablösen. Wegen der mit dieser Änderung verbundenen administrativen Vereinfachung stand der Gesetzesentwurf unter der Überschrift „Simplification” (Vereinfachung). Darüber hinaus hat die Verordnung das Ziel den Schutz der menschlichen Gesundheit in hohem Maße zu gewährleisten. Beispielhaft für Änderungen bzw. Neuerungen sind: Die Verantwortlichkeiten werden klarer und genauer definiert. Die Anforderungen an die Sicherheitsbewertung sind detaillierter als bisher. Nanomaterialien werden speziell geregelt. Das Symbol einer Sanduhr kann zukünftig die Worte „Mindestens haltbar bis …“ ersetzten. Ebenfalls neu aufgenommen wurde die Marktüberwachung.

 

Milchsäure

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

 

Milchsäure (lat. acidum lacticum) ist eine chemische Verbindung, die ein wichtiges Zwischenprodukt im Stoffwechsel darstellt. Milchsäure ist zum Beispiel ein Produkt beim Abbau von Zuckern durch die Milchsäuregärung. Weltweit werden etwa 150.000 Tonnen Milchsäure produziert, die vor allem in der Lebensmittelindustrie sowie zur Herstellung von Polylactiden (PLA) genutzt werden.

Die Milchsäure wird auch als 2-Hydroxypropionsäure bezeichnet, nach den Nomenklaturempfehlungen der IUPAC ist jedoch 2-Hydroxypropansäure zu verwenden. Ihre Halbstrukturformel lautet CH3–CHOH–COOH. Die Salze und Ester der Milchsäuren heißen Lactate. Aufgrund ihrer unterschiedlichen optischen Aktivität wird die D-(–)-Milchsäure [Synonym: (R)-Milchsäure] auch als linksdrehende Milchsäure, und die L-(+)-Milchsäure [Synonym: (S)-Milchsäure] auch als rechtsdrehende Milchsäure bezeichnet. Racemische Milchsäure ist ein 1:1-Gemisch aus (R)- und (S)-Milchsäure.

Physiologie

Bei starker Betätigung der Skelettmuskulatur kann es zum Anstieg des Blut-Lactatgehaltes von 5 mg/dl auf 100 mg/dl kommen. Die Ursache ist, dass bei anaeroben Bedingungen, wie beispielsweise bei schneller Betätigung der Skelettmuskulatur, Energie in Form von NAD+ aus der Hydrierung von Pyruvat mittels der Lactatdehydrogenase für die Fortführung der Glykolyse gewonnen werden muss. Die dabei anfallende Milchsäure (Lactat und H+) wird über den Monocarboxylat-Transporter 1 aus den Zellen geschwemmt. Dieser Vorgang wurde früher als Ursache des Muskelkaters verstanden, jedoch wird diese Theorie heute größtenteils als falsch betrachtet.

Für den Menschen ist die rechtsdrehende L-(+)-Milchsäure die physiologische. Oral eingenommen wird sie im Organismus schneller abgebaut als die linksdrehende D-(−)-Milchsäure.

 

Muskelkater

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Als Muskelkater (wohl volksetymologische Eindeutschung von Katarrh) bezeichnet man einen Schmerz, der nach körperlicher Anstrengung, besonders bei hohen Belastungen der Muskelpartien, auftritt. Meistens macht sich dieser erst Stunden nach der jeweiligen Tätigkeit bemerkbar.

Ursachen

Man ist sich noch nicht vollends über die Ursachen des Muskelkaters einig. Früher wurde eine Übersäuerung des Muskels durch Milchsäure (Laktate, Salz der Milchsäure) angenommen. Diese Hypothese ist jedoch durch folgende Fakten widerlegt worden:

  • Nach der Laktathypothese müsste ein Muskelkater besonders durch sportliche Betätigungen entstehen, bei denen sehr hohe Laktatwerte gemessen werden, wie zum Beispiel beim 400-Meter-Lauf. Die Praxis zeigt jedoch, dass er häufiger nach Krafttraining auftritt, bei dem nicht so viel Laktat gebildet wird.
  • Laktat hat eine Halbwertszeit von etwa 20 Minuten. Ein Muskelkater tritt aber erst Stunden später auf, nachdem sich der Laktatspiegel längst normalisiert hat.

Heute nimmt man an, dass – wie Beobachtungen zeigen – durch Überlastung kleine Risse in den Z-Scheiben im Muskelgewebe (Mikrotraumata) auftreten. Diese sind gewissermaßen die äußeren Abgrenzungen kleiner Abschnitte innerhalb der Muskelfibrille. Die Entzündungen, die durch die Risse entstehen, führen durch Eindringen von Wasser (es bilden sich Ödeme) zum Anschwellen des Muskels; dies führt zu den hier thematisierten Dehnungsschmerzen. Diese stellen sich jedoch erst nach etwa 12 bis 24 Stunden ein, wenn die bei den Mikrorissen entstandenen Abfallprodukte aus dem Muskel befördert werden und dort mit den Nervenzellen in Kontakt kommen.

Die Risse entstehen beim Bremsen von Bewegungen (exzentrische Kontraktion, zum Beispiel beim Bergabgehen oder Abfedern eines Sprungs) deutlich schneller als beim Beschleunigen (Bergaufgehen).

Vorbeugung und Behandlung

Laut einer australischen Studie verringern Dehnungsübungen vor oder nach dem Training einen Muskelkater nur in vernachlässigbar geringem Umfang. Auch vorheriges Aufwärmen schützt nicht vor Rissen, die aus einer Überbeanspruchung von Muskelfasern herrühren. Massagen tragen nicht zur Heilung eines Muskelkaters bei, sondern verzögern diese, da sie eine zusätzliche mechanische Irritation der Muskulatur darstellen. Wärmebehandlungen, etwa durch Bäder oder Saunabesuche, können dagegen den Schmerz mildern und zu einer schnelleren Genesung der Muskelfasern beitragen, da die Durchblutung der Muskeln gesteigert wird.

Physiotherapie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

(Weitergeleitet von Krankengymnastik)

Physiotherapie ist eine Form der äußerlichen Anwendung von Heilmitteln; im Zentrum steht das an die Fähigkeiten des Patienten angepasste Vermitteln (Lehren) physiologischen Bewegungsverhaltens. Der Physiotherapeut ist kein eigenständiger Heilberuf und gehört zu den Gesundheitsfachberufen, also den Heilhilfsberufen. Die medizinische Notwendigkeit wird ausschließlich durch Ärzte festgestellt und auf Rezept verordnet.

Ziel

Die Physiotherapie orientiert sich bei der Behandlung an den Beschwerden und den Funktions- bzw. Aktivitätseinschränkungen des Patienten, die in Form eines Befundes sichtbar gemacht werden. Sie nutzt primär manuelle Fertigkeiten des Therapeuten, gegebenenfalls ergänzt durch natürliche physikalische Reize (z. B. Wärme, Kälte, Druck, Strahlung, Elektrizität) und fördert die Eigenaktivität (koordinierte Muskelaktivität sowie die bewusste Wahrnehmung) des Patienten. Die Behandlung ist an die anatomischen und physiologischen, motivationalen und kognitiven Gegebenheiten des Patienten angepasst. Dabei zielt die Behandlung einerseits auf natürliche, physiologische Reaktionen des Organismus (z. B. Muskelaufbau und Stoffwechselanregung), andererseits auf ein verbessertes Verständnis der Funktionsweise des Organismus (Dysfunktionen/Ressourcen) und auf eigenverantwortlichen Umgang mit dem eigenen Körper ab. Das Ziel ist die Wiederherstellung, Erhaltung oder Förderung der Gesundheit und dabei sehr häufig die Schmerz-Reduktion.

Synonyme und verwandte Bereiche

Die englische Bezeichnung „physical therapy“ ist nicht zu verwechseln mit dem Begriff „Physikalische Therapie“ im Deutschen. Physiotherapie und Physikalische Therapie werden teilweise als Synonyme bzw. gemeinsames Fachgebiet betrachtet; korrekterweise wird die Physikalische Therapie aber als Unterbereich der Physiotherapie angesehen. Mit Blick auf finanzielle Abrechnungsmodalitäten sollen „Auf Intervention verschiedener Fachgruppen (…) die Bereiche Physiotherapie und physikalische Therapie im nächsten Entwurf (der Diagnosis Related Groups) wieder getrennt (werden), damit auch z. B. eine physiotherapeutische Behandlung und eine Wärmeanwendung einzeln gezählt werden können.“ (aus Prozedurenklassifikation im DRG-System).

Ausbildung

Zugangsvoraussetzungen

Um sich als Physiotherapeut ausbilden zu lassen, benötigt man als Zugangsvoraussetzung mindestens die Mittlere Reife. Die Vollendung des 17. Lebensjahres ist nicht mehr notwendig. Für das Verbundstudium zum Bachelor of Science in der Physiotherapie (FH) ist die Fachhochschulreife oder eine abgeschlossene Ausbildung zum Physiotherapeuten Voraussetzung. Außerdem sind gute Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern und auch im Fach Deutsch erwünscht. De facto zeigt sich allerdings sehr häufig, dass die meisten Physiotherapeuten über eine (Fach)Hochschulreife verfügen, was den Anspruch der Ausbildung widerspiegelt.

Fähigkeiten, die Bewerber haben sollten

Der gute Umgang mit kranken Menschen/Tieren sollte gewährleistet sein, ferner Empathie. Daher wird vor Beginn der Ausbildung ein dreimonatiges Pflegepraktikum empfohlen. Weiterhin sind gute Koordination und Ausdauer von großem Nutzen. In Österreich sowie in anderen Ländern (zum Beispiel USA, Australien oder Schweden) ist die allgemeine Hochschulreife (Matura, Abitur) Voraussetzung, um zum Studium der Physiotherapie zugelassen zu werden. Im Zuge des „Bologna-Prozesses“ soll bis zum Jahr 2010 allgemein im europäischen Raum auf ein Fachhochschulstudium umgestiegen werden. Physiotherapeuten schließen dann mit dem akademischen Titel „Bachelor of Science“ ab.

Ausbildungsdauer

Ausbildung

Die Ausbildung zum Physiotherapeuten umfasst drei Jahre und wird sowohl an privaten wie auch an staatlichen Schulen durchgeführt. Zum Abschluss der Ausbildung wird eine staatlich anerkannte Prüfung abgelegt. Hat der Schüler diese bestanden, so ist er „staatlich anerkannter Physiotherapeut“. Um Diplom-Physiotherapeut zu werden, muss ein weiteres Ausbildungsjahr (meistens im Fernstudium) absolviert werden, allerdings wird hierfür die Fachhochschulreife benötigt.

Studium

Alternativ gibt es immer häufiger die Möglichkeit Physiotherapie direkt an einer Fachhochschule zu studieren. Das Studium an den meisten anbietenden Fachhochschulen dauert 6 bis 8 Semester.

Ausbildungsfächer

Es wird Vollzeitunterricht erteilt, das heißt, es gibt mindestens 2.900 Stunden theoretischen und praktischen Unterricht an der Schule und 1.600 Stunden praktische Ausbildung in Fachkliniken des Universitätsklinikums sowie in geeigneten Rehabilitationseinrichtungen.

Unterrichtet werden vor allem physiotherapeutische Befund- und Untersuchungstechniken, Massagetherapie, Hydro-, Balneo- (Bäderkunde), Thermo- und Inhalationstherapie, Elektro-, Licht- und Strahlentherapie, Prävention und Rehabilitation, Bewegungserziehung und Bewegungs- und Trainingslehre.

Die Theorie dabei umfasst die Fächer Anatomie (Lehre vom Aufbau der Organismen), Physiologie (Lehre, die sich mit physikalischen, biochemischen und informationsverarbeitenden Funktionen von Lebewesen befasst), spezielle Krankheitslehre und auch physiotherapeutische Basistechniken. Zu erwähnen ist hier, dass die Anatomie des Bewegungsapparates die zentrale Arbeitsgrundlage für die gesamte Physiotherapie darstellt. Daher sollte sich ein Physiotherapeut in diesem Bereich ein sehr umfassendes Wissen aneignen, dies wird in der Ausbildung entsprechend betont.

Zu den klinisch-praktischen Fächern der Ausbildung zählen Orthopädie (Entstehung, Verhütung, Erkennung und Behandlung von Form- oder Funktionsfehlern des Stütz- und Bewegungsapparates (Knochen, Gelenke, Muskeln und Sehnen)), Chirurgie (Behandlung von Krankheiten und Verletzungen durch direkte, manuelle oder instrumentelle Einwirkung)/Traumatologie (Wissenschaft der Verletzungen und Wunden sowie deren Entstehung und Therapie; Zusatzbezeichnung der Chirurgie), Innere Medizin (Vorbeugung, Diagnostik), Kardiologie (Lehre vom Herzen), Pädiatrie (Kinderheilkunde), Gynäkologie (Frauenheilkunde) und Geburtshilfe sowie Neurologie (Behandlung des kranken Nervensystems, Psychiatrie und Neurochirurgie (Erkennung und operative Behandlung von Erkrankungen des zentralen Nervensystems)).

Ergänzend werden krankengymnastische Techniken, wie z. B. Manuelle Therapie (Behandlung von Funktionsstörungen des Bewegungssystems), medizinische Trainingstherapie , Elektro- und Hydrotherapie vermittelt.

Ergänzte Ausbildung

Außer der üblichen Ausbildung zum Physiotherapeuten gibt es auch die kombinierte Ausbildung zum Physiotherapeuten und Gymnastiklehrer, allerdings nur an wenigen Ausbildungseinrichtungen.

Geschichte

Viele Verfahren der Physiotherapie haben ihren Ursprung weit zurückliegend. Archäologische Funde zeigen, dass Thermal- und Mineralquellen bereits in frühgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Verschiedene Formen der Massage und von medizinischen Bädern kannte man bereits vor ca. 4000 Jahren in China. Erst Hippokrates vertrat verschiedene medizinische Auffassungen, die sich heutzutage in der Physiotherapie wiederfinden. Er verstand den lebendigen Leib als Organismus, Gesundheit als Gleichgewicht und Krankheit als gestörten physischen und psychischen Gesamtzustand. Seine Überzeugung war, dass die Natur eine Heilkraft besitzt.

Im 18. Jahrhundert fanden erste Medikamente zwar Anklang, brachten allerdings auch Gefahren mit sich. Mancher Arzt propagierte die Anwendung von Mineralwässern, Heilbädern und der Hydrotherapie. Dies setzte sich im 18. Jahrhundert weiter fort, die Beliebtheit der Hydrotherapie stieg an.

Vor allem in Deutschland erlebte die Hydrotherapie einen wahren Boom: Der Urvater der Hydrotherapie, Sebastian Kneipp, entwickelte eine einfache Lebensregelung, kombinierte sie mit der Anwendung pflanzlicher Medikamente und einer Gesundheitserziehung.

In Deutschland wurde der Begriff „Krankengymnastik“ im Jahre 1994 durch den Begriff Physiotherapie im Rahmen einer Novellierung der Berufsgesetze bundesweit abgelöst. Grund dafür war die Anpassung an den internationalen Sprachgebrauch und die Zusammenführung der west- und ostdeutschen Heilberufe nach der Wiedervereinigung. In der DDR war der Begriff Physiotherapie bereits vor der Wiedervereinigung üblich.

Arbeit von Physiotherapeuten

Nach abgeschlossener Berufsausbildung gibt es beispielsweise Ausübungsmöglichkeiten in Krankenhäusern, Kliniken, Einrichtungen der Rehabilitation, Physiotherapeutischen Lehranstalten, Kur- und Erholungseinrichtungen, Fitness-Studios und sozialen Einrichtungen (Altenheim, Pflegeheim, mobile Pflegedienste). Auch kann man sich, sobald man das Staatsexamen hat, selbstständig machen.

Bei der Berufsausübung ist Teamarbeit unter den Physiotherapeuten, aber auch die gute Zusammenarbeit mit Ärzten gefragt, denn die Arbeit des Physiotherapeuten ergänzt und unterstützt die ärztliche Therapie sinnvoll.

Nach der ärztlichen Verordnung werden eigenverantwortliche Behandlungspläne aufgestellt und durchgeführt. Dabei wird darauf geachtet, dass die Schäden nicht nur „repariert“ werden, sondern auch der korrekte Bewegungsablauf als Ganzes im Auge behalten wird, um Verletzungen gar nicht erst entstehen zu lassen.

Physiotherapie wird von Physiotherapeuten in unterschiedlicher Form und Vielfalt ausgeübt.

Physiotherapeuten analysieren und interpretieren Schmerzzustände, sensomotorische Funktions- und Entwicklungsstörungen (z. B. die Hyper- oder Hypomobilität eines Gelenks), um sie mit spezifischen manuellen und anderen physiotherapeutischen Techniken zu beeinflussen. Primärer Ansatzpunkt ist das Bewegungssystem und das Bewegungsverhalten; Ziel ist, Schmerzfreiheit und ökonomisches Bewegungsverhalten im Alltag zu erreichen bzw. – im Falle von irreversiblen Funktionsstörungen – Kompensationsmöglichkeiten zu schaffen.

Physiotherapeuten beeinflussen auch Funktionsstörungen innerer Organe, verbessern die Eigen- und Fremdwahrnehmung sowie die Sozialkompetenz und können ebenfalls auf die psychische Leistungsfähigkeit einwirken.

Ziele der Physiotherapie sind darüber hinaus, Eigenständigkeit und Selbstständigkeit des Patienten zu fördern und die Selbstheilungskräfte des Organismus zu aktivieren; wo Selbständigkeit des Patienten nicht zu erreichen ist, gehört zu den physiotherapeutischen Aufgaben das Anleiten von Angehörigen (z. B. in der Pädiatrie, Geriatrie oder bei schweren neurologischen Störungen).

Tätigkeitsfelder

Prävention

Release 2011.11.15

 

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